Fahrt nach Ungarn im Herbst 2016

Am Abend des 30. September macht sich ein Bus aus Veldhausen mit 35 Fahrgästen, einer Supermischung zwischen Alt und Jung, auf den Weg, um nach 19 Stunden wohlbehalten in Gyermely anzukommen. Zwei Teilnehmer fliegen. Ein herzliches Wiedersehen unter alten Bekannten und Freunden, aber auch ein gespanntes Aufeinander-treffen von Gastgebern und Gästen, die sich noch nicht wirklich kannten, prägt die Ankunft.

Nach der Verteilung in die Familien und in die Pension treffen wir uns am Abend alle bei der Pension und einige mutige Gäste springen in den Pool. Schon an diesem Abend werden wir mit kulinarischen Gaumenfreunden in fester und flüssiger Form verwöhnt.

Am Sonntagmorgen sind alle weitaus besser ausgeruht als nach der Nacht im Bus und wir nehmen an dem Gottesdienst der reformierten Kirchengemeinde teil. Dort ist ebenfalls eine Partnergemeinde aus Siebenbürgen zu Gast und dessen Pastor predigt eindringlich darüber, dass es kein anderes Evangelium gibt und dass wir uns nicht von Jesus Christus abwenden sollen.

Ein Männerchor, den es seit 3 Jahren in Gyermely gibt, bereichert den Gottesdienst mit voluminösem Gesang und spätestens bei dem in Deutsch gesungenen Refrain von „Möge die Straße…..“, inzwischen wie eine Hymne unseres deutsch-ungarischen Austausches, fühlen wir uns sehr mit unseren Geschwistern in Gyermely verbunden. Klaudia, die dortige Pastorin, gibt uns herzliche Segenswünsche mit auf den Weg. Auch wir haben uns musikalisch mit dem Singen eines ungarischen Kanons und dem Lied „Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn …“ am Gottesdienst beteiligt.

Gegen Abend treffen wir uns alle am neu gestalteten Dorfplatz zum gemeinsamen Spielen, Essen, Klönen und als Höhepunkt werden ungarisch-deutsche „Schohsollen“ gebacken. Unser Geschenk für Gyermely ist ein Eisen mit dem Symbol „der sich reichenden Hände“ und als Text: „Veldhausen-Gyermely, 25 Jahre Freundschaft“. Bereits vorher hatten alle Gastgeber eine Geschenketasche mit einer speziell bedruckten Dose mit Schohsollen erhalten.

Am Montagmorgen geht es in den Bus. Wir besichtigen eine Porzellanmanufaktur und dürfen hier selber kreativ sein und Rosen oder Elefanten herstellen. Eine völlig neue Erfahrung für viele und es werden einige Talente auf diesem Gebiet entdeckt. Dann geht es mit dem Bus weiter zum Balathon (Plattensee). Auch hier gibt es ein straff organisiertes Programm. Gruppenarbeitsphasen mit deutsch-ungarisch gemischten Gruppen im Lavendelhaus werden genutzt, um möglichst viel Bildung und Sprachgebrauch zu vermitteln. Aber dann gibt es noch ein wenig freie Zeit zum Bummeln.

Am Dienstag haben alle Jugendlichen Gelegenheit in die Schule zu gehen. Wer es bis dato noch nicht wusste, erkennt jetzt, dass es in der Schule noch sehr viel anders zugeht, als bei uns. Wir Erwachsenen erkundeten die Wasserstadt Tata mit ihren Bauruinen. Am späten Nachmittag geht es nach Budapest. Auch im Dunkeln hat diese Stadt einen ganz speziellen Charme.

Und schon ist es Mittwoch, noch einmal werden alle Kinder die Schulbank drücken und wir Anderen genießen bei einer herrlichen Wanderung die Aussicht auf Gyermely und wärmen uns im Jagdschloss bei einem Glühwein auf. Am Nachmittag gibt es noch die Möglichkeit, die Nudelfabrik zu besichtigen.

Koffer packen, fast jeder ist schwerer als auf dem Hinweg, und auf zum Abschiedsabend in der Schule, wie immer mit leckerem Essen, Präsentation der Gruppenphasen und zu guter Letzt die gemeinsam gesungene Hymne: „Möge die Straße uns zusammenführen,......“

Nach tränenreichem Abschied nehmen, gelingt es uns um 20.45 Uhr den Weg nach Hause anzutreten. Nach 16 Stunden kommen wir wohlbehalten in Veldhausen an.

Ein Dank, an die beiden Busfahrer, die sich – völlig neu auf diesem Gebiet – wunderbar in unsere Gruppe eingefügt haben, an Günter Oldekamp, unserem Samtgemeindebürgermeister, der unsere Jugendlichen mit einem netten Betrag gesponsert hat, und zu guter Letzt dem Herrn, unserem Gott, für seine Bewahrung auf der Reise.

Wir treffen uns am Sonntag, dem 20.November, um 15.30 Uhr zum Fotos-schauen und Klönen bei Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus. Dort werden wir auch überlegen, wann wir wiederum unsere Freunde aus Gyermely für 2018 einladen.

Hilde Schroven